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Wie erkenne ich, ob ich eine Berufung zum Priester oder Ordenschristen habe?

Immer mal wieder fragen jg. Menschen unsere Schwestern: "Warum sind Sie ins Kloster gegangen?" Oder auch: "Woran erkennt man eine Berufung zum Priester oder Ordenschristen?"
Eine Berufung zum Priester oder Ordenschristen kann man nicht so leicht erkennen. Trotzdem gibt es einige Erkennungsmerkmale, die darauf hindeuten, dass man eine Berufung zu einer besonderen Aufgabe in der Kirche hat:
1. Wachsende Unruhe in der Tiefe des Herzens
Es gibt eine Unruhe im Herzen, die sich so artikuliert: "Das kann doch nicht alles sein!" Das ist nicht zu verwechseln mit Unzufriedenheit oder mit Flucht aus der Realität. Die Unruhe in der Tiefe des Herzens kann ein Anzeichen dafür sein, dass Gott mich in eine größere Nähe ruft.
2. Wachsende Sehnsucht, nach dem Evangelium zu leben
Es kann ein Zeichen der Berufung zum Priester/ Diakon/ Ordensmann/ Ordensfrau sein, wenn immer mehr der Wunsch wach wird, so zu leben, wie Jesus selbst gelebt hat: ohne falsche Kompromisse, in einem totalen Vertrauen auf Gott, in großer Freiheit und Unabhängigkeit von materiellen Bedürfnissen. Es darf allerdings nicht nur beim Wunsch bleiben. Ein Echtheitskriterium ist, ob man auch erste Schritte geht und das Evangelium im Alltag zu leben.
3. Wachsende Freude am selbstlosen Dienst für andere
Ob im Herzen eine geistliche Berufung wächst, kann sich auch zeigen an einer zunehmenden Freude, Menschen zu helfen und ihnen zu dienen. Konsum Mentalität, Karrieredenken und egoistische Lebenseinstellung werden dann immer mehr als hohl und lebensfeindlich durchschaut. Es kann ein Anruf sein, wenn ich erfahre, dass mich selbstloses Dienen glücklich macht.
4. Wachsender Wunsch, den Glauben weiter zu geben
Oft steht man mit seiner Glaubensüberzeugung allein. Ein Zeichen der Berufung kann es sein, wenn ich zwar andere Menschen in ihren Fragen und in ihrem anderen Denken verstehe und respektiere, gleichzeitig aber so viel Freude am Glauben empfinde, dass ich davon überzeugend reden kann und ihn gerne anderen weitergeben will. Vielleicht drängt es mich zum Beispiel, einen Bibelkreis zu gründen. Jedenfalls ist eine Berufung zum Priester nicht Flucht, sondern Einsatz für das Evangelium.
5. Wachsendes Hingezogen-Sein zu Gott
Das geistliche Leben ist mehr als eine punktuelle Begeisterung; es geht um ein zunehmendes Gezogen-Werden in die Nähe Gottes. Da gibt es zwar noch viele Lücken und Rückschläge im geistlichen Leben, aber es bleibt dieses Hindrängen zu Gott. Es wird deutlich: Ohne eine intensive Beziehung zu Gott will ich nicht leben. Konkret kann das werden in der wachsenden Liebe zum Gebet, zur Stille, zur Bibel, zur Eucharistiefeier.
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